Die Aufgabe, die die HCA sich vor allem gestellt hat, besteht darin, einen offenen Raum zu gestalten, in dem das ständig wachsende Interesse an den jüdischen Quellen, wie es sich in der Philosophie, Literatur-, Religions- und Kulturwissenschaften zeigt, sich ohne die üblichen akademischen Zwänge entfalten kann, und wo die Fragen der Zeit fachübergreifend auf der Basis eines ethischen Bewußtseins in einem vereinten Europa behandelt werden können.
Die Hermann-Cohen-Akademie will eine wissenschaftliche Renaissance anstreben, die die kulturellen Unterschiede und historischen Hintergründe der europäischen Denk- und Glaubenstraditionen neu reflektiert.
In der Begegnung zwischen Ost und West, Morgenland und Abendland, Religion und Moderne sollen diese Traditionen neu belebt und für die Gegenwart fruchtbar gemacht werden. Die historische Wissenschaft muss sich daher einer grundlegenden Kulturkritik stellen, wenn sie auch in Zukunft eine glaubwürdige Methode für die Gesamtheit der Natur- und Geisteswissenschaften sein will.
Die wissenschaftliche Herausforderung muss von einer gesellschaftlichen begleitet werden, in der Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen in ihrer Ausbildungsorientierung einen längst überfälligen Beitrag leisten im Bereich einer grundlegenden Reflexion des Wertewandels der gegenwärtigen politischen Lage und der allgemeinen Orientierungslosigkeit vieler junger Menschen in allen Schichten der Gesellschaft.